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WUNDER DES ALLTAGS

Freitag in der Fastenzeit

Was nützt es, wenn der Tisch Christi mit goldenen Kelchen überladen ist, er selbst aber vor Hunger zugrunde geht? Sättige zuerst ihn, der hungert, dann erst schmücke seinen Tisch von dem, was übrig ist.

So denke auch von Christus, wenn er als Bettler und Fremdling umherirrt und kein Dach über dem Kopf hat und du es versäumst, ihn aufzunehmen. Du schmückst den Fußboden, die Wände und die Kapitelle der Säulen und hängst an silbernen Ketten Lampen auf. Er aber ist im Gefängnis angekettet, und du magst ihn nicht einmal sehen. Das sage ich jedoch nicht, um solche Ehrungen zu verhindern, sondern ich meine, wir müssten das eine und das andere tun; besser noch das eine vor dem andern. Wenn du also das Haus der Kirche schmückst, übersieh den leidenden Bruder nicht. Denn er ist ein Tempel, kostbarer als der andere.

Johannes Chrysostomos

22:53 - 2.3.2007


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